vorherige nächste Wissenschaft, Technik und Ethik Hauptseite

Internet und Sicherheit

Planung und Leitung: Dr. Lange, Dr. Schlicht

Clausthaler Arbeitskreis "Technik und Ethik"
Sitzung vom 10.12.1998

Zum Thema "Internet und Sicherheit" trafen sich am 10.12.98 um 16 Uhr zwölf Studierende sowie Dr. Lange und Herr Kiel vom Rechenzentrum der TU Clausthal sowie Studentenpfarrer Dr. Schlicht in der Bibliothek der ESG.

Drei "Gefährdungsbereiche" wurden thematisiert:

  1. Gewährleistung der persönlichen Datensicherheit (e-mail, homebanking; Möglichkeiten und Grenzen der Datenverschlüsselung)
  2. Schutz vor Veröffentlichung und Verbreitung krimineller Darstellungen (z.B. Kinderpornographie)
  3. Soziale Auswirkungen des Internets (Anonymisierung, Individualisierung)

In der Diskussion wurde von Studierenden vor allem der 1. Bereich diskutiert (unter ausgesprochener Wahrnehmung der unter 3. angedeuteten Gefahr). Es bestand Einigkeit darin, daß das Internet - wie jede neue technische Innovation - bei vielen Menschen Befürchtungen hervorruft. Auch die Einführung und Verbreitung des Radios, des Telefons und des Fernsehens war von Ängsten ähnlicher Art begleitet.

Mißbrauch einer technischen Erfindung ist jederzeit möglich. Kriminelle Energie kann sich jederzeit und überall über Gesetze wie technische "Barrieren" (s. Geheimzahlen der ec-Karten) hinwegsetzen. Der "abusus" ist niemals auszuschliessen; anzustreben sind nur Rahmenbedingungen, die den Mißbrauch möglichst schwierig gestalten.

Offen diskutiert wurde die Möglichkeit, daß staatliche Organe das www-Verhalten eines, einzelner bzw. aller Internet-Nutzer(s) untersuchen sowie e-mails lesen oder speichern, um Verbrechen einzudämmen. Vorstellbar und machbar ist auch das Sammeln und Verwerten individuellen Internetverhaltens für die Wirtschaft (Erstellung von Kundenprofilen). Einige Studierende vertraten die Meinung "Wer nichts zu verbergen hat, von dem kann alles gesammelt werden". Andere empfanden diese Meinung (und technische Möglichkeit) als zu weitgehend und als einen Einschnitt in den Schutz der Privatsphäre.

Für den Bereich der TU Clausthal wurde im Anschluß die hohe Verantwortung diskutiert, die den Netzwarten und Systemadministratoren in den Wohnheimen entgegengebracht wird bzw. werden muß. Durch direkten Zugriff auf den Server sind sie z.B. in der Lage, e-mails anderer Kommilitonen direkt zu lesen. Über die Frage, ob und wie dieses Vertrauensverhältnis hergestellt werden kann, wurde gesprochen. Für das nächste Treffen des Internet-Arbeitskreises soll ein Text erarbeitet werden, der u.U. von den Netzwarten der TU unterschrieben werden soll bzw. per Handschlag anerkannt wird.