Nach der ersten Arbeitskreissitzung zum Thema "Internet und Studium"
am 26.11.98 gab es viele Rückfragen von Studierenden zu dieser
Veranstaltung. Es zeigte sich, daß der Wunsch nach Reflexion über die
Internetnutzung in Clausthal hoch ist. Daraufhin haben Dr. Lange,
Leiter des Rechenzentrums, und ich (Matthias Schlicht), uns
entschlossen, einen Abend in der interdisziplinären Gesprächsreihe
"Wissenschaft, Technik und Ethik" als Erfahrungsaustausch anzubieten.
Der Einladung folgten ca. 40 Studierende. Der Abend wurde eröffnet
durch einen Vortrag des Informatik-Studenten Torsten Nieland
("Kermit"), der einen historischen Abriß über die Entwicklung der
Vernetzung an der TU Clausthal aus studentischer Perspektive lieferte.
Daran schloß sich ein Statement von Herrn Kiel an,
der aus Sicht des Rechenzentrums die Internet-Geschichte vor Ort
darstellte. Dr. Lange schloß kurze Anmerkungen über Stand und
Entwicklungsmöglichkeiten der Internet-Nutzung an.
Danach wurde den anwesenden Studierenden die Möglichkeit gegeben,
ihre persönlichen Erfahrungen, Anfragen, Zweifel und Wünsche zum
Thema zu äußern. Deutlich wurde die hohe Akzeptanz des Internets und
seiner Angebote (vor allem: e-mail und www).
Folgende Schwerpunkte bildeten sich in der ca. zweistündigen
Diskussion heraus.
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Internet aus Sicht von Erstsemesterinnen
Wer nach Clausthal kommt, ist sofort mit dem Internet konfrontiert.
Nach einer kurzen Phase der Verunsicherung, besteht dann schnell der
Wunsch, sich selbst im Net zurechzufinden. Als Hauptnutzung bietet
sich die Kommunikation per e-mail an. Der Wunsch nach Information
(z.B. Einführung in das Net als Angebot vom Rechenzentrum) wurde von
den vier anwesenden Erstsemesterinnen abgelehnt. Das Überangebot zu
Studienbeginn sei schon jetzt verwirrend.
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Internet aus Sicht von ausländischen Kommilitonen
Paulin Fideu Siagam, Leiter der afrikanischen Arbeitsgruppe, konnte
aus seiner persönlichen Erfahrung sowie seinen Beobachtungen aus der
Arbeitsgruppe berichten. Internet stellt zunächst eine große
Fazination dar. E-Mail als schnelle Kommunikation sowie das WWW als
Recherche-Quelle werden geschätzt.
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"Gefährdungen" durch das Internet
Studenten, die bereits seit einigen Semestern das Internet stark
nutzen, wiesen - bei aller positiven Schätzung - auf Gefährdungen
hin.
- soziale Isolation (chatten statt persönlich reden)
- Faktor Zeit (Internet "verführt" dazu, viel freie Zeit "zu verdatteln"
- Trend zum Anonymen und zum Individualismus
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Geschlechtsspezifische Internetnutzung?
Die These, ob Frauen/Studentinnen das Net eher
kommunikationsorientiert, die Männer /Studenten eher
informationsorientiert nutzen, wurde diskutiert, ohne ihr am Ende
voll zustimmen zu können.
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Neue Studienmöglichkeiten per Internet
Die Vorstellung von Dr. Lange, per Internet Präsensveranstaltungen
der Hochschule anzubieten und im Gegenzug z.B. Vorlesungen
abzuschaffen, konnten nur wenige attraktiv finden. Eine virtuelle
Universität (vgl. Fernuniversität Hagen) war für viele Anwesende
(noch) unvorstellbar.