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Bierlexikon K bis Z
Kalorien
- Das Bier einen hohen Kalorienanteil enthalten soll ist falsch.
Bier hat pro Liter, je nach Sorte, rund 450 kcal (=1870 kJ). Nur
Mineralwasser, Kaffee (ohne Milch und Zucker) und Tee (ebenfalls
ohne Milch, Zitrone oder Zucker) sind kalorienärmer. Milch hat beispielsweise
600 Kalorien je Liter und Wein 700. Spirituosen haben etwa
3.000 Kalorien je Liter. Bier ist ein "gesundes Getränk".
Karbonate
- An Kohlensäure gebundene Calcium-, Natrium- und Magnesiumsalze. Sie beeinflussen den Brauprozeß bei
hellen Bieren negativ.
Keimen
- Um die Gerste für das Brauen verwendungsfähig zu machen, läßt
man sie vor dem Darren erst einmal Keinem.
Keg
Ein zylindrisches Bierfaß, welches durch den fest eingebauten Fitting
ein leichtes An- und Abschlagen ermöglicht. Beim Abschlagen verbleibt
der Kohlensäuredruck im Fass. Dadurch wird ein Antrocknen von
Bierresten vermieden und die Keimentwicklung gehemmt.
Kellerbier
- Ein zumeist dunkles und unfiltriertes trübes Bier.
Kieselgur
- Ein sehr feinkörniges Pulver, das aus den kieselsäurereichen Panzern in der Vorzeit abgestorbener Süßwasser-
bzw. Meeresalgen gewonnen wird. Kieselgur hat die Eigenschaft, Trubstoffe an sich zu binden. Daher wird sie
zum Klären des Bieres verwendet, vor allem auch, weil sie im Bier unlöslich ist. In den Kieselgurfiltern bildet
sie eine Filterschicht, die Trubstoffe zurückhält, so daß das Bier ganz klar herausläuft.
Klärmittel
- Während der Nachgärung sinken die Hefezellen zu Boden und reißen trübende Bestandteile wie Eiweißstoffe
oder Hopfenharze mit sich; das ist die natürliche Klärung des Bieres. Man kann dies beschleunigen, indem
Hilfsmittel wie z.B. Zentrifugen verwendet werden.
Klosterbrauerei
- Die Klöster haben sich um die Braukunst besonders verdient
gemacht. Fast jedes Kloster hatte früher eine eigene Brauerei.
Kölsch
- Spezialität des Kölner Raumes. Kölsch ist ein, nach dem Reinheitsgebot
hergestelltes, helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes und
obergäriges Bier mit einem Stammwürzegehalt von knapp über 11 %.
Kölsch darf nur in Köln und Umgebung gebraut werden.
Kölsch-Konvention
- Freiwillige Vereinbarung der Kölsch-Brauereien des Kölner Brauerei Verbandes
vom März 1986, zur gebietsbegrenzten Herstellung von Kölsch.
Kohlenhydrate
- Zuckerarten, die durch die Gärung in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt werden.
Kohlensäure
- entsteht bei der Gärung. Beim Abfüllen in Fässer und Flaschen wird mittels Kohlensäure ein Druck aufgebaut;
dies ist wichtig für die Frische und Haltbarkeit eines Bieres.
Kräusen
- Schaumgebilde aus Eiweiß und Bitterstoffen, die sich bei der Gärung an die Oberfläche des Gärbottichs bilden.
Kühlen der Würze
- Nach dem Kochen muß die Würze auf eine für die Gärung vorteilhafte Temperatur abgekühlt werden.
Gleichzeitig werden Trübstoffe entfernt.
Läutern
- Nach Beendigung des Maischvorgangs werden die in Wasser
gelösten Extraktteile im Läuterbottich von den Trebern getrennt.
Lagerung
- Nach der Gärung gelangt das Bier in den Lagerkeller. Hier bleibt es mehrere Wochen bis zur vollendeten Reife.
Leichtbier
- Hierbei handelt es sich um ein alkohol- und kalorienreduziertes Bier.
Der Alkohol wird entweder technisch entzogen, oder das Bier wird direkt
mit geringerer Stammwürze eingebraut. So entsteht weniger Alkohol auf
natürlichem Wege.
Lichteinfluß
- Starke Beleuchtung oder Sonnenbestrahlung bewirken im Bier einen unangenehmen Geschmack. Braune
Flaschen bieten hiergegen einen guten Schutz. Bei grünen Flaschen sollte man z.B. durch Verpackung in
Kartons für einen zusätzlichen Lichtschutz sorgen.
Linde, Carl von
- Carl von Linde ist der Erfinder der Kühlmaschine. Durch seine
Erfindung wurde das Brauen während des ganzen Jahres möglich.
Lupulin
- In den Hopfendolden enthaltenes Harz, das eigentlich Wertvolle am Hopfen: Träger der Aroma- und
Bitterstoffe.
Märzen
- Märzen ist ein untergäriges Vollbier, das früher - als nur im Winter
gebraut werden konnte - im März stärker eingebraut wurde, um
es durch höheren Alkoholgehalt länger gegen Verderb zu schützen.
Nach den heißen Sommermonaten wurde und wird es noch
heute bei Bierfesten (z.B.Oktoberfest) ausgeschenkt.
Maibock
- Maibock ist ein Starkbier, das im Frühjahr ausgeschenkt wird.
Sein Stammwürzegehalt liegt bei mindestens 16 %.
Maische
- Maische entsteht durch das Mischen von Malzschrot und Wasser.
Das anschließende Erhitzen verflüssigt die schwerlöslichen
Bestandteile des Malzschrots.
Malz
Um Gerste und Weizen zum Brauen zu verwenden, werden sie
in Braumalz umgewandelt. Die Körner werden zum Keimen
gebracht und dann auf der Darre getrocknet. Durch die Keimung
wird eine Umwandlung der Stärke in Malzzucker eingeleitet.
Malz schmeckt süß.
Malzbier
- Ein obergärig gebrautes, braunschwarzes Bier, bei dem die 7 %ige
Malzwürze durch Zucker, der karamelisiert sein kann, auf einen
Extraktanteil von 12 bis 13 % gebracht wird. Malzbier ist sehr
kalorienreich und enthält etwa 1 % Alkohol.
Malzschrot
- Das Malz wird in der Schrotmühle zerquetscht, um dann eingemaischt
zu werden.
Mikroorganismen
- Kleinlebewesen, wie Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze. Unerwünschte Mikroorganismen werden z.B.
durch Hitze abgetötet.
Milchsäure
- Eine Kontamination durch Milchsäurebakterien kann an verschiedenen Stellen der Produktion erfolgen.
Dagegen helfen nur absolut sauberes Arbeiten und niedrige Temperaturen. In der Berliner Weißen werden
Milchsäurebakterien gezielt verwendet, um den erfrischenden säuerlichen Geschmack zu erzielen.
Münchner Biertyp
- Dunkles, wenig bitteres und leichtes Vollbier, das auf den hohen Karbonatgehalt des ursprünglichen
Münchener Brauwassers abgestimmt ist.
Nachgärung
- In Lagertanks gärt das Jungbier unter Druck nach und reift, dabei
reichert es sich gleichzeitig mit Kohlensäure an.
Nichtbiologische Haltbarkeit
- Die Lebensdauer eines Bieres, während der es sich im Aussehen nicht verändert.
Nitrat
- In Trinkwasser in unterschiedlicher Menge vorhanden. Eine zu hohe Konzentration kann als Hefegift wirken
und muß zuvor entfernt werden.
Obergärig
- Als obergärig werden Biere bezeichnet, die mit obergäriger Hefe
hergestellt sind, z.B. Alt, Kölsch, Weissbier, Weizenbier und
Berliner Weisse. Die Gärung erfolgt bei etwa 15-20 Grad Celsius.
Die Hefezellen setzen sich bei der Gärung in einer Schicht auf
der Bieroberfläche ab.
Pasteurisieren
- Haltbarmachen eines Bieres durch Erwärmen des abgefüllten Behältnisses. Notwendig oftmals, wenn das Bier
exportiert wird und damit extrem lange haltbar sein muß.
pH-Wert
- Begriff zur Kennzeichnung des Säure- bzw. Alkalitätsgrades einer Lösung. Bei einem pH-Wert unter 7 ist die
Flüssigkeit sauer, bei einem Wert über 7 liegt eine alkalische Lösung vor.
Pichen
- Behandlung der Holzfässer mit Pech, um die Poren und Fugen des Holzes zu schließen, ein Entweichen der
Kohlensäure zu verhindern und im Faßinneren eine leicht zu reinigende glatte Fläche zu bilden.
Pils/Pilsener
- Eine Sortenbezeichnung für ein helles Vollbier mit meist kräftigem
Hopfengeschmack. Pils ist ein untergäriges Bier, welches ursprünglich
nur in der Gegend um die Stadt Pilsen (heutige Tschechische Republik)
gebraut wurde. Pils hat einen Stammwürzegehalt von 12 %
Pilsen
- Eine Stadt in Tschechien, hier wurde der berühmteste Biertyp der
Welt entwickelt.
Premiummarken
- In der Regel gut beworbene und damit bekannte Biermarken, die meist bundesweit vertrieben werden.
Rauchbier
- Bier, zu dessen Herstellung das Malz mit Holzfeuer direkt getrocknet wird, wobei es den typischen
Rauchgeschmack annimmt. Eine Spezialität aus Bamberg.
Reinheit (Geruch, Geschmack)
- Die Reinheit von Geruch und Geschmack kann nur durch eine sensorische Prüfung festgestellt werden. Sie
muß typisch für die jeweilige Biersorte sein und darf keinerlei Fehler aufweisen.
Reinheitsgebot
Das Deutsche Reinheitsgebot ist die älteste lebensmittelrechtliche
Vorschrift der Welt, die heute noch eingehalten wird. Sie wurde
1516 von Herzog Wilhelm IV. von Bayern erlassen. Sie besagt, daß
Bier ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden
darf. Heute wird zusätzlich Hefe verwendet, deren Wirkung
man damals nicht kannte, man verließ sich auf die natürlichen
Hefen, die in der Luft enthalten sind. Böse Zungen behaupten, dem
Herzog ginge es darum, die Bierbrauer auf Gerste festzulegen um so
zu verhindern, daß Roggen und Weizen, welches dringend zur
Brotherstellung benötigt wurde, für das Bierbrauen verwandt wurde.
Reinzuchthefe
- Eine speziell für den jeweiligen Biertyp ausgewählte Heferasse, die frei von Begleitorganismen gezüchtet wird.
Rezenz
- Begriff für den frischen Geschmack eines Bieres. Kohlensäuregehalt und pH-Wert spielen dabei eine wichtige
Rolle.
Saccharometer
- Senkspindel (Aräometer) zur Ermittlung des Extraktgehaltes und damit der Konzentration der Würze
Sauerstoff
- die Aufnahme von Sauerstoff muß beim Bier nach der Gärung so gering wie möglich gehalten werden, da das
Bier sonst sehr viel schneller altert und verdirbt.
Schankbier
- Bier mit einem Stammwürzegehalt von 7 - 11 %. Erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Schaum
- Er entsteht durch die Kohlensäure, die sich beim Einschenken entbindet.
Diese bläst sich, unter Mitwirkung des Hopfens und von Eiweiß, wie
ein elastisches Häutchen auf.
Schüttung
- Die für einen Sud benötigte Menge an Malz.
Schlauchen
- Das Umpumpen des Jungbieres nach abgeschlossener Gärung durch Schläuche oder Leitungen in die
Lagertanks.
Schroten
- Das Zerkleinern des Malzes in speziellen Mühlen.
Spundung
- Das exakt eingestellte unter Druck halten des Bieres während der Nachgärung, um die gewünschte Lösung der
Kohlensäure zu erreichen.
Stabilität (Kolloide)
- Trubstoffe, wie z.B. Eiweiß und Gerbstoff werden aus dem Bier entfernt. Dazu bedient man sich verschiedener
Absorptionsmittel, die nicht im Bier löslich sind und danach wieder entfernt werden.
Stärke
- Alle Getreidesorten enthalten Stärke. Sie wird unter günstigen Bedingungen und unter Mitwirkung von
Enzymen zu vergärbarem Zucker abgebaut.
Stammwürzegehalt
- Der Extraktgehalt der Würze, bzw. der darin gelösten Stoffe
wie Zucker, Eiweiß und Bitterstoffe, wird Stammwürze genannt.
Nach Bundesgesetz müßen Starkbiere über 16 %, Vollbiere 11-14 %,
Schankbiere 7-8 % und Einfachbiere 2-5,5 % Stammwürze haben.
Aus der Stammwürze bilden sich durch Vergärung ca. 1/3 Alkohol,
1/3 Kohlensäure und es verbleibt 1/3 Restextrakt.
Stacheln
- Ein alter Brauch von Biertrinkern bestimmter Regionen. Ein glühender
Eisenstachel wird zum Erhitzen des Bieres in das kalte Bier getaucht.
Der Zucker karamelisiert und erzeugt einen besonderen Geschmack.
Sudhaus
Im Sudhaus stehen Maischbottich, Läuterbottich und Würzepfanne.
Hier wird das mit Wasser vermischte Malzschrot verzuckert.
Die von den Trebern befreite Flüssigkeit ist die Würze, die mit
Hopfen gekocht (gesotten) wird.
Treber
- Als Treber bezeichnet man die Malzrückstände (Spelzen), die
nach dem Abfließen der Würze im Läuterbottich verbleiben. Sie
werden als nahrhaftes Futter in der Viehhaltung verwendet.
Trub
- Die beim Würzekochen ausgeschiedenen Eiweißstoffe. Der Trub wird vor der Gärung entfernt.
Trübung
- Trüb kann ein Bier werden durch Fehler bei der Herstellung, Unsauberkeit oder falsche Behandlung beim
Kunden. Ursachen sind Hefen, Bakterien, Bierwürzebestandteile, Eiweißstoffe. Trübungsbildend ist auch zu
kalte Lagerung, z.B. im Tiefkühlschrank.
Untergärig
- Als untergärig werden Biere bezeichnet, die mit untergäriger Hefe
hergestellt sind, z.B. Pils, Export, Bock, Doppelbock, Hell, Märzen
und Lager. Da der Gärungsprozeß bei Temperaturen von 4 bis 9
Grad Celsius erfolgen muß, kennt man diese Brauart erst seit der
Erfindung der Kältemaschine, also seit 1876.
Versuchs- und Lehranstalt
- Die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei (VLB) in Berlin ist
zusammen mit Weihenstephan die bedeutendste Forschungs- und
Ausbildungstätte für das Brauwesen.
Verzuckern
- Umwandlung der Malzstärke in Zucker. Erfolgt etwa bei 63-75 Grad
Celsius durch Bildung von Enzymen.
Vollbier
- Das Vollbier ist eine Biergattung mit einem Stammwürzegehalt
zwischen 11 und 16 %. Knapp 96 % aller deutschen Biere sind
Vollbiere.
Vollmundigkeit
- Harmonie des Geschmackseindruckes eines Bieres, stark abhängig von der jeweiligen Sorte.
Wasser
Nach dem Deutschen Reinheitsgebot ist Wasser einer der vier
Bestandteile des Bieres, es darf nur in Trinkwasserqualität
verwendet werden, also ohne chemische Aufbereitung. Brauwasser sollte
"weich" sein, also eine geringe Kalkhärte aufweisen, da die Kalkhärte
den Geschmack beeinflußt. Um 1 hl Bier herzustellen braucht man heute
etwa 4 bis 5 hl Wasser. Vor einigen Jahrzehnten waren es noch 25 hl.
Weichen
- Der Gerste wird Feuchtigkeit zugeführt, um durch Quellung die Keimung einzuleiten.
Weihenstephan
- Die älteste existierende Brauerei der Welt. Gleichzeitig ist dort
die Fakultät für Brauwesen an der Technischen Universität München.
Zusammen mit der Versuchs- und Lehranstalt Berlin die
bedeutendste Forschungs- und Ausbildungsstätte für das Brauwesen.
Weizenbier
- Das Weizenbier ist ein obergäriges Bier. Zum Brauen von Weizenbier
wird neben Gerstenmalz auch Weizenmalz verwendet.
Wintergerste
- Wird von den Brauern nur ungern zu Malz verarbeitet, wenn es sich um eiweißreiche und dickspelzige Gersten
handelt.
Würze
- Die aus dem Malz gewonnenen löslichen Bestandteile werden
zusammen mit dem Hopfen in der Würzepfanne gekocht. Damit
wird die Keimfreiheit erzielt und durch das Einkochen der
vorgesehene Stammwürzegehalt erreicht.
Zymase
- Ein Hefeenzym, das für die Einleitung der Gärung verantwortlich ist.
© Copyright by terramedia 1996
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