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Bierlexikon A bis J
Abfüllen
- Auf dem Höhepunkt seiner Reife wird das Bier glanzklar filtriert und abgefüllt. Dabei kommt es auf steriles
Arbeiten an. Fässer oder Flaschen und Dosen werden in hohem Tempo gefüllt: so gibt es Füllanlagen, die
100.000 Flaschen und mehr pro Stunde füllen, verschließen und etikettieren.
Abläutern
- Das Gewinnen der klaren Würze aus der Maische. Zurück bleiben die Treber.
Alkoholgehalt
-
Der Alkoholgehalt eines Bieres hängt eng mit dem Stammwürzegehalt zusammen.
Ein Viertel bis ein Drittel der Stammwürze wird durch Gärung in Alkohol
umgewandelt. Das bedeutet, daß der Stammwürzeanteil etwa dreimal so hoch ist,
wie der Alkoholgehalt. So hat beispielsweise Vollbier, bei einem Stammwürzegehalt
von 11 bis 16 % , einen Alkoholgehalt von ca. 4,5 bis 5,5 %. Üblich sind für ein Pils
4.5 - 4.9 % und für ein Export 5.0 - 5.5 %. Es gibt jedoch auch Export
mit 4.5 % oder Pilsener mit 4.2 % oder gar 5.3 %.
Alkoholarm
- alkoholarm darf sich ein Bier nennen, das max. 1,5 Gewichtsprozente Alkohol aufweist.
Alkoholfrei
- Nur Biere mit weniger als 0,5 Gewichtsprozent Alkohol dürfen als alkoholfrei bezeichnet werden.
Alphasäure
- wegen ihres hohen Bitterwertes wichtigster Inhaltsstoff des Hopfens.
Alt
- Ursprünglich gab es nur obergärige Biere. Die obergärigen Biere
wurden Altbier genannt, bis durch die Erfindung der Kühlmaschine eine
neue Biersorte entwickelt wurde - das untergärige Bier.
Altbier ist ein dunkles Bier, das nach alter, d.h. obergäriger Art
gebraut wird. Die dunkle Farbe entsteht durch Verwendung von dunklem
karamelisiertem Malz, welcher auch den eigentümlichen Geschmack ergibt.
Amylasen
- Enzyme, welche Stärke in Malzzucker umwandeln können. Sie werden bei der Keimung der Gerste gebildet
und wirken bei der Würzeherstellung im Sudhaus.
Anstellen
- Einleitung des Gärprozesses, bei dem die Hefe zu der Würze gegeben wird.
Aroma
- Das Aroma des Bieres hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Auswahl der Rohstoffe ist dabei ebenso
entscheidend wie die Art der verwendeten Hefe, die Gärführung und die Reifung bis zur Abfüllung.
Aufbewahrungsbedingungen
- Bierflaschen sollten stehend, kühl und dunkel gelagert werden. Um keine Geschmackseinbußen hinzunehmen,
sollte der Hausvorrat nicht länger als 6 Wochen stehen. Haltbar ist Bier jedoch erheblich länger.
Ausstoß
- Unter Ausstoß einer Brauerei wird ihre produzierte bzw. verkaufte
Menge an Bier innerhalb eines Jahres verstanden. Meist gemessen
in Hektoliter (hl). Ein Hektoliter entspricht 100 Liter.
In Deutschland werden jährlich rund 100 Millionen Hektoliter
Bier gebraut.
Berliner Weiße
- Obergäriges Bier mit 7 bis 8 % Stammwürze, das mit einer Mischung von Hefe und Milchsäurebakterien
hergestellt wird. Um die Säure abzuschwächen, trinkt man die Berliner Weiße zumeist mit einem Schuß
Himbeersaft oder Waldmeistersirup.
Bier
- Bier ist ein Getränk, das durch alkoholische Gärung aus Hopfen,
Hefe, Malz und Wasser entsteht. Für untergärige Biere darf nur
Gerstenmalz, für obergärige darf Weizen-, Roggen- und Dinkelmalz verwendet
werden. Es ist das älteste Alkoholgetränk der
Menschheit. Die Herstellung von Gerstenbier läßt sich bis ins 4.
Jahrtausend vor Christi Geburt zurückverfolgen.
Bierarten
- Die Bierarten werden unterschieden nach obergärigen und untergärigen Bieren.
Bierausstoß
- In Hektolitern ausgedrückte Menge des jährlich hergestellten Bieres einer Brauerei.
Bierfarbe
- Bier bekommt seine Färbung durch das verwendete Malz. Bei dunklen Bieren wird dunkles Malz oder
Röstmalz zugesetzt, das durch besonderes Mälzen und Darren (oder Rösten) hergestellt wird.
Biergattungen
- Es gibt die Gattungen Bier mit niedrigen Stammwürzegehalt (bis
7 %), Schankbier (7 bis unter 11 %), Vollbier (11 bis unter 16 %)
und Starkbier (über 16 %).
Biersorten
- Die meistgetrunkene deutsche Biersorte ist Pils. Export, Weizenbier,
Alt und Kölsch machen den größten Teil der übrigen Sorten aus.
Bierpflege
- Faßbier bedarf einer besonders sorgfältigen Behandlung. Nach dem Transport sollten Fässer einige Zeit ruhen,
da sich ansonsten beim Anstechen zu viel Schaum bildet. Die Temperatur und das richtige Zapfen sind für ein
gepflegtes Bier von großer Bedeutung.
Bockbier
- Das Bockbier ist ein ober- oder untergäriges Bier mit mindestens
16 % Stammwürze, es gibt helle und dunkle Bockbiere. Der Name geht auf die
Stadt Einbeck zurück, in der zuerst dieses Starkbier gebraut
wurde.
Bodensatz
- Hefetrübe Biere weisen immer einen Hefe-Bodensatz auf, den man mit ins Glas einschenken kann oder man
gießt das überstehende klare Bier vorsichtig ab. Klarfiltrierte Biere dürfen keinen Bodensatz aufweisen.
Brauerei
- In Deutschland gibt es knapp 1.300 Braustätten,
in denen rund 6.000 Biermarken bebraut werden.
Viele davon haben eine lange Tradition.
Braunbier
- Schwach alkoholisches obergäriges Bier mit wenig Kohlensäure. Die braune Farbe gab ihm den Namen.
Braunbier wird nur noch von sehr wenigen Brauereien hergestellt.
Braugerste
- Die beste Gerste für die Brauerei ist die zweizeilige nickende Sommergerste. Der Brauer beurteilt die Gerste
u.a. durch Prüfung von Geruch, Größe und Form der Körner, nach Beschaffenheit der Spelzen und des
Mehlkörpers sowie der Keimfähigkeit.
Brauwasser
- für die Produktion eines Hektoliters Bier (100 Liter) werden ca. 600 Liter Wasser benötigt. An dieses Wasser
werden hohe Anforderungen gestellt. Es muß geschmacklich einwandfrei, geruchlos und klar sowie frei von
bierschädlichen Organismen sein; Salze darf es nur in bestimmter Menge und Art enthalten. Die Qualität des
Brauwassers ist mitentscheidend für die Güte eines Bieres.
Bügelflasche
Bier, in der traditionellen Form der Bügelflasche, wird inzwischen
wieder von einer Reihe von Brauereien aus Traditions- oder
Marketinggründen verkauft.
Calcium
- Die Härte des Wassers ist ein zahlenmäßiger Ausdruck der chemisch wirksamen Salze des Wassers. Die
Gesamthärte umfaßt alle Calcium- und Magnesiumsalze.
Darren
- Trocknen der gekeimten Gerstenkörner
Diacetyl
- bildet sich als Stoffwechselprodukt der Hefe während der Gärung. Bei gut geführter Nachgärung wird es
weitgehend wieder entfernt. Schon in kleinen Mengen verursacht Diacetyl einen bierfremden Geruch und
Geschmack.
Diätbier
- Nahezu kohlehydratfreies Bier, das für Diabetiker vorgesehen ist und dessen Alkoholgehalt nicht über dem
Gehalt vergleichbarer Biere liegen darf.
Differenztest
- Statistische Methode zur Ermittlung gesicherter Unterschiede bei der sensorischen Bewertung verschiedener
Proben.
Doemens-Technikum
- Dieses Institut in Gräfelfing bildet Fachleute für Brauwesen und
Getränketechnik aus.
Doppelbock
- Doppelbock ist ein extrastarkes Bier mit mindestens 18 % Stammwürze.
Dortmunder
- Das Dortmunder Bier ist ein helles, untergäriges Vollbier; weniger
gehopft als Pilsner, aber herber als Münchner.
Dosenbier
- Bier wurde erstmals 1935 in den USA in Dosen abgefüllt. Dosenbier wird stabilisiert und/oder pasteurisiert, um
eine bessere Haltbarkeit zu erzielen. Es hat einen Anteil an der Gesamtherstellung von etwa 2 %.
Einbeck
- Die Stadt Einbeck ist die Geburtsstätte des Bockbieres. Dieses Bier
fand im Mittelalter bei den Bayern-Herzögen soviel Anklang, daß
sie den Einbecker Braumeister abwarben.
Enthärten
- Karbonate im Brauwasser sind bei der Bierherstellung unerwünscht. Wasser mit hoher Karbonathärte wird
daher entkarbonisiert. Dafür gibt es verschiedene Verfahren und Aufbereitungsanlagen.
Export
- Das Export-Bier ist ein helles, untergäriges Vollbier, weniger herb
als Pils, mit einem Stammwürzegehalt von mindestens 12 %. Dieser Biertyp
wurde erstmals um 1700 im Dortmunder Raum gebraut. Der Hopfenanteil ist beim
Export-Bier geringer als beim Pils.
Extrakt
- Wertbestandteil, der sich aus einem Körper herauslösen läßt. Malzextrakt wird während des Maischeprozesses
aus dem Malz gelöst. Dieser malzextrakt bildet die Bierwürze.
Faßbier
- Ungefähr 25 % des Bierausstoßes wird auf Fässer abgefüllt.
Fastenbier
- eine Erfindung der Mönche in der Fastenzeit. Nach der Definition: Was flüssig ist, bricht das Fasten nicht.
Flaschenbier
Etwa 75 % des in Deutschland getrunkenen Bieres kommt in
Flaschen und Dosen auf den Markt.
Flaschengärung
- Bei Bieren mit Flaschengärung findet der letzte Teil des Gärprozesses durch Zugabe von Hefe in der Flasche
statt. Bekanntester Vertreter dieses Typs ist das Hefeweißbier.
Forciertest
- Mit dieser Methode wird durch eine künstliche Alterung die nichtbiologische Haltbarkeit, also die
voraussichtliche Lebensdauer des Bieres festgestellt. Dabei wird das Bier in Flaschen wechselweise bei 40 bzw.
60 und 0 Grad C aufbewahrt.
Fremdorganismen
- Bier ist ein Naturprodukt. Vor allem zu Beginn der Gärung ist die Würze anfällig für Wildhefen, verschiedene
Bakterien und Pilze, weil diese unter gleichen Bedingungen gedeihen wie die Bierhefe. Solche
Fremdorganismen können das Bier in Geschmack und Haltbarkeit erheblich schädigen oder gar verderben.
Große Sorgfalt und Hygiene sowie die moderne Brautechnik können das verhindern.
Fuselöle
- Höhere Alkohole, die sich bei der Gärung bilden und in höherer Konzentration nachteilig auf Qualität und
Bekömmlichkeit wirken.
Gärung
- Beim Gären verwandelt die Hefe den Malzzucker in Alkohol und
Kohlensäure. Dauer etwa 7-8 Tage.
Gambrinus
Von alters her gilt Gambrinus als der Schutzpatron der Brauer.
Die genaue Herkunft von Gambrinus ist ungeklärt, er wird bei einigen
Autoren als burgundischer Fürst des 13.Jahrhunderts mit dem
Namen Jan Primus (Johannes der Erste) ausgemacht, bei anderen
als König von Flandern und Brabant im 16.Jahrhundert. Als
solcher ist er auch gemalt worden.
Gerste
- Gerste ist nach dem Deutschen Reinheitsgebot einer der vier
Bestandteile des Bieres. Zweizeilige Sommergerste ist wegen des niedrigen
Eiweißgehaltes zum Brauen am besten geeignet. Sie wird
durch Keimen und Darren in Malz umgewandelt und dann erst
zum Brauen benutzt.
Geschmacksstabilität
- die Eigenschaft eines Bieres, die beim Abfüllen vorhandene Qualität bis zum Verbrauch unverändert zu
erhalten. Hauptsächliche Geschmacksveränderungen sind das Zerfallen der ursprünglichen Harmonie und ein
Alterungston. Bei der DLG-Qualitätsprüfung wird die Geschmacksstabilität durch das Prüfen von zwei
unterschiedlichen alten Proben des gleichen Bieres festgestellt.
Großdose
- Allgemein als Partyfäßchen bekannt. Der Inhalt beträgt meistens 5 Liter. Für Großdosen gibt es spezielle
Zapfanlagen, die das Ausschenken zu einem zünftigen Spaß machen.
Grünmalz
- Durch Einweichen, Quellen und Keimen wird aus der Gerste Grünmalz. Dieses wird zum Trocknen auf die
Darre gebracht.
Haltbarkeit
- Bei sachgemäßer Lagerung hält Bier in der Flasche einige Monate,
vorausgesetzt es wurde nach dem Deutschen Reinheitsgebot ohne
Zusatz von Konservierungsstoffen hergestellt.
Hansen
- Emil Christian Hansen wies die verschiedenen Hefesorten
wissenschaftlich nach. 1881 vermehrte er sie erstmals in Reinzucht.
Hefe
Hefe ist ein einzelliger Sproßpilz. Für die Bierherstellung
unterscheidet man zwischen untergärigen und obergärigen
Hefesorten. Nach dem Deutschen Reinheitsgebot einer der vier Bestandteile
des Bieres. Die Hefe bringt die Bierwürze zur Gärung.
Obergärige Hefe setzt sich nach Beendigung des Gärvorganges
oben ab, untergärige entsprechend unten.
Hopfen
Hopfen wächst an 3 bis 5 Meter hohen Stauden, vornehmlich in Süddeutschland.
Zum Bierbrauen werden die weiblichen, unbefruchteten Blüten (Dolden)
von kultiviertem Hopfen verwandt. Wichtig sind die Bitterstoffe und das
Aroma. Hopfen verleiht dem Bier Haltbarkeit.
Nach dem Deutschen Reinheitsgebot einer der vier
Bestandteile des Bieres. Der Hopfen gibt dem Bier den typischen herben
Geschmack, erhöht die Haltbarkeit und verhilft der Blume zur
Standfestigkeit. Berühmt für seine besondere Güte ist der Hallerthauer Aromahopfen.
Inhaltsstoffe
- Kohlenhydrate, Eiweiß, Kohlensäure, Alkohol, verschiedene
Mineralstoffe und Wasser sind im Bier enthalten.
Jahresbierverbrauch
- Die Deutschen trinken jährlich im Durchschnitt etwa 138 Liter Bier pro
Kopf und damit weltweit das meiste Bier.
Jungbier
- Nach der Hauptgärung heißt das Bier Jungbier, es wird
danach noch vier bis sechs Wochen gelagert.
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