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Tips zum Biergenuss

Die deutschen Wirte werden von ihren Brauereien im Umgang mit Bier geschult. Für den "privaten Biertrinker" gibt es einen solchen Service nicht. Vor allem der Umgang mit Bierfässern (Anschlagen, Lagerung und Zapfen) will gelernt sein. Aus diesem Grund geben wir auf dieser Seite einige dieser Insider-Tips an sie weiter!

Ein schönes pepflegtes Bier zu kredenzen ist weder eine Wissenschaft noch eine Kunst. Es gilt lediglich einige Regeln zu beachten: Die Gläser müssen fettfrei sein, vor dem Einschenken werden sie nochmals mit kaltem Wasser ausgespült. Beim Einschenken wird das Bier zügig in das schräg gehaltene Glas gegossen. Das Glas sollte wenigstens bis zur Mitte schaumfrei gefüllt werden, ehe man unter Einhaltung des rechnten Winkels abschließend und eine Schaumkrone aufbaut. Eine Ausnahme ist das Weizenbier: Man läßt den Flascheninhalt am schräg gehaltenen Glas vorsichtig einfließen.

Bier vom Faß ist ein Genuß - doch sollte man beim Anzapfen folgendes beachten: Zunächst wird die Gummidichtung des Zapfhahnes in die Zapföffnung des stehenden Fasses gesteckt, dann setzt man den Zapfhahn an und schlägt ihn hinein. Schon kann angezapft werden. Da der Druck sehr groß ist, muß anfangs sehr vorsichtig gezapft werden: Das Glas schräg unter den Zapfhahn halten und das Zapfventil öffnen. Das Bier an der Glaswand entlang laufen lassen und etwa eine Minute warten, bis sich der Schaum etwas abgesetzt hat. Dann wird weiter gezapft.

So wird Bier ein ungetrübter Genuß

Vor Sonne schützen

Flaschenbier sollte man vor Sonnenlicht schützen, denn grelles Licht beeinflußt den Geschmack! Deshalb wird Bier grundsätzlich in dunkle Flaschen abgefüllt.

Die ideale Trinktemperatur

Die ideale Trinktemperatur liegt zwischen sieben und neun Grad Celsius, das entspricht einer normalen Kühlschrankeinstellung. Bier sollte weder zu rasch erwärmt noch abgekühlt werden - das beeinträchtigt den Geschmack: Heißes Wasser und Tiefkühltruhe sind tabu!
  • Ist ihr Bier eingetrübt, so haben sie es zu kalt gelagert. Stellen sie es an einen wärmeren Ort und lassen sie es ruhen. Der Kälteschleier wird wieder verschwinden und ihr Bier ist wieder für den Verzehr geeignet.
  • Wenn ihr Bier zu kalt ist, ist es nicht mehr in der Lage Schaum zu bilden. Dies ist auch einer der Gründe dafür, das sie ihr Bier nicht in der Tiefkühltruhe temperieren sollten!
  • Ist ihr Bier zu warm schmeckt es schal. Außerdem bildet sich übermäßig viel Schaum, da zuviel Kohlensäure entweicht.

Reine Gläser für reines Biers

Biergläser müssen absolut fettfrei sein: Fett zerstört den Schaum und läßt das Bier schal werden. Werden Gläser mit Spülmittel gewaschen so bildet dieses einen Film auf den Gläsern. Dieser Film verhindert die Schaumbildung. Im Fach- handel gibt es spezielles Spülmittel (Tabletten die sich langsam im Wasser auflösen) die für eine einwandfreie Reinigung der Gläser ohne Bildung eines Films Sorge tragen. Bier sollte aus den richtigen Gläsern getrunken werden. Es gibt für fast jede Biersorte ein spezielles Glas. Sie sind zum Beispiel wichtig, um das Einschütten des Bieres zu erleichtern oder um den Aufbau einer korrekten Bierkrone zu ermöglichen. Pils wird aus Tulpen getrunken, Export aus Bechern und Alt, bzw. Kölsch aus Stangen. Weiße wird aus großen Pokalen getrunken und Weißbier aus hohen geschwungenen Gläsern die einen halben Liter (als eine komplette Flasche) fassen. Bayrisches Helles wird aus Maß-Krügen getrunken, die ein Liter fassen.

Richtiges Einschenken

Spülen sie vor dem Einschenken das Glas mit kaltem Wasser aus. Dies soll das Glas abkühlen und ungefähr auf die gleiche Temperatur wie das Bier bringen. Beim Einschenken sollte man die Flasche schräg zum Glas halten und das Bier eingießen, bis die Schaumkrone den Rand erreicht hat. Anschließend das Bier kurz stehen lassen, damit sich der Schaum absetzen kann. Danach gießt man soviel nach, bis sich eine schöne Schaumkrone bildet. Oder
Halten sie das Glas schräg unter die Bierflasche oder den Zapfhahn und schütten sie das Bier zügig in das Glas. Wenn das Glas halb gefüllt ist, sollte sich noch kein Schaum gebildet haben. Halten sie das Glas nun senkrecht unter die Flasche oder den Zapfhahn und füllen sie das Glas bis zum Eich-Strich auf. Aufgrund der Tatsache das sie das Glas nun senkrecht zur Flasche oder zum Zapfhahn halten wird eine Schaumkrone gebildet. Denken sie immer daran das diese Platz braucht um sich auszudehnen.

Alt und Kölsch können in einem Durchgang eingeschenkt werden. Ein Pils dauert länger, da sie mehrmals absetzen müssen um eine feste Schaumkrone zu bilden. Weizenbier muß sehr langsam eingeschenkt werden, da ansonsten die Schaumentwicklung zu stark ist.

Bier vom Faß ist kein Problem

Man kann hier zwischen zwei Möglichkeiten wählen: Bierfässer, wie sie auch der Gastwirt verwendet, oder kleinere Fässer und Dosen für Tisch- und Heimzapfanlagen wird lediglich das Zapfgerät von oben in das Partyfaß gesteckt, die Kohlensäurepatrone angeschlossen, und schon schäumt das Bier frisch im Glas.

Zünftiger ist ein richtiges Faß

Die Fässer sollten nach dem Transport erste inige Zeit ruhen, da sich beim Anstechen sonst zuviel Schaum bildet.
Faßbier wird für den Hausgebrauch oft vorgekühlt angeboten. Bei sommerlichen Temepraturen empfiehlt es sich, das gekühlte Faß mit feuchten Handtüchern zu umwickeln und Eiswürfel auf das Faß zu legen. So hält das Faß die Temperatur.

Anschlagen eines Fasses

Falls sie noch Holzhähne benutzen müssen sie diese 24 Stunden vor Benutzung in ein Wasserbad legen. Es ist jedoch anzuraten das sie die qualitativ hochwertigeren Messinghähne benutzen, die sie in jedem Getränkemarkt erwerben können. Von Plastikhähnen ist abzuraten. Die Zapföffnung befindet sich am unteren Ende des Faßmantels. Eine zweite Öffnung befindet sich im Deckel des Fasses, die erst einige Zeit nach dem Anschlagen geöffnet werden muß.
  • Alte Fässer:
    In die Zapföffnung wird die Gummidichtung so hineingesteckt, daß sie an keiner Stelle übersteht. Stecken Sie die Gummidichtung (falls vorhanden - moderne Messinghähne haben eine Dichtung fest in den Hahn integriert) in die Zapföffnung. Setzen sie den Zapfhahn an die Zapföffnung und schlagen sie ihn mit einem Holzhammer in das Faß. Moderne Messinghöhne können durch festdrehen in der Zapföffnung verankert werden. Sie sollten das Faß beim Schlagen festhalten da es sonst wegrutschen wird. Denken sie daran das der Zapfhahn geschlossen sein muß. In der Regel sollte ein kräftiger Schlag genügen. Da das Faß unter Druck steht müssen sie beim Zapfen der ersten Biere vorsichtig vorgehen. Dies gilt auch für das Anschlagen. Schlagen sie den Hahn nicht tief genug in das Faß, so wird er durch den Druck innerhalb des Fasses wieder hinaus getrieben und das gesamte Bier wird somit auslaufen. Der erste Bierschuß nach dem Anzapfen wird weggegossen. Zunächst vorsichtig zapfen. Läßt der Druck nach (Bier läuft nur noch langsam aus dem Fass) ist es Zeit die zweite Öffnung einzuschlagen. Sie sorgt dafür, das Luft in das Fass eindringen kann und der Unterdruck aufgehoben wird. Das Bier wird wieder in normaler Geschwindigkeit aus dem Faß fließen. In die Öffnung wird normalerweise ein zweiter Hahn oder ein Entlüftungs- ventil eingeschlagen. Auch diese müssen beim Einschlagen geschlossen sein und nach dem Einschlagen vorsichtig geöffnet werden, da sich durch das Einschlagen innerhalb des Fasses wiederum ein Druck aufbaut.
  • Neue Fässer:
    Setzen sie den Hahn an die Zapföffnung an, so das der Auslauf horizontal liegt. Besitzen sie einen modernen Messinghahn so können sie diesen durch festdrehen in der Zapföffnung verankern. Schlagen sie nun den Hahn wie bei den alten Fässern in das Faß. ist das Faß angeschlagen so drücken sie den Hahn bis zum Anschlag in das Faß und drehen ihn um 70 Grad, so das der Auslauf vertikal liegt. Ansonsten gelten die gleichen Verhaltnsmaßregeln wie bei den alten Fässern.

So wird Faßbier perfekt gezapft

Gezapft wird nun wie beim Gastwirt: Das Glas schräg unter den Zapfhahn halten, anschließend das Zapfventil öffnen. Nun läßt man das Bier an der Glaswand entlang laufen. Wenn es ins Glas strömt, schäumt es zunächst kräftig. Dieser Schaum muß sich erst richtig absetzen. Dann wird mehrmals vorsichtig übergezapft. Alt und Kölsch können schneller gezapft werden, Pils und Export müssen langsam gezapft und mehrfach abgesetzt werden, bis das Bier eine schöne feste Schaumkrone hat. Fässer für den Hausverbrauch gibt es in vielen Abstufungen zwischen 5 und 50 Litern.

Lagerung

Bier sollte nicht länger als 6 Wochen gelagert werden, danach ist mit Geschmackseinbußen zu rechnen. Flaschenbier sollte stehend gelagert werden, und vor allem in dunklen, kühlen Räumen (zum Beispiel im Keller). Bier ist lichtempfindlich und wird aus diesem Grund auch in braunen oder grünen Flaschen ausgeliefert.


Quelle: Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Brauwirtschaft e.V.
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